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Publikationen der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft

GIS-Modellierung periglazial beeinflusster Verwitterungsdecken in Mittelgebirgen

Bock , Michael und Baritz, Rainer und Günther, Andreas und Ringeler, Andre und Gehrt, Ernst und Böhner, Jürgen (2011) GIS-Modellierung periglazial beeinflusster Verwitterungsdecken in Mittelgebirgen. In: Böden verstehen - Böden nutzen - Böden fit machen, 3. - 9. September 2011, Berlin.

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Kurzfassung

Das vorgestellte GIS Werkzeug ist die Um-setzung eines Landschaftsentwicklungs-modells (LEM). Dieses LEM soll der Vor-hersage des Ausgangsmaterials der Boden-bildung in der Fläche dienen. Im Besonde-ren ist die prozessorientierte Model¬lierung periglaziärer Lagen (AD HOC AG BODEN 2005), in der deutschsprachi¬gen Literatur auch als Deckschichten be¬kannt (vgl. ALTERMANN et al 2008), erklär¬tes Ziel der Entwicklung. Das LEM wurde speziell für die Anwendung im Bereich des eiszeitlich unvergletscherten mitteleuropäischen Berg-lands (Festge¬steinsbereich) entwickelt. Der Begriff Regolith wird hier nach SCOTT&PAIN (2008, S.1) als die Schicht zwischen „frischem Festgestein und frischer Luft verstanden“. Diese enthält so-mit sowohl in situ verwittertes Material als auch Beimengungen von Fremdmaterial aus Transportgeschehen. Im Sinne eines deduktiven Modells (BÖHNER 2006) versucht das hier vorge-stellte LEM prozessorientiert Regolith-eigenschaften zunächst für einen speziellen Naturraum zu modellieren. Daten zum Regolith sind nur lückenhaft vor¬handen: zwischen flächenhaften Daten zu Böden, die meist als analoge oder digitale Bodentypenkarten vorliegen, und flächen¬haften Daten zur Geologie der Festgesteine, als Geologische Karten, klafft eine Datenlücke. In dieser Lücke be¬findet sich der Regolith bzw. befinden sich die Verwitterungsdecken aus autochthonem und allochthonem Lockermaterial. Universität Hamburg Institut für Geographie Bundesstraße 55 20146 Hamburg Die holozäne Bodenentwicklung allerdings findet jedoch auf genau diesem Material statt und adaptiert somit die Material-eigenschaften des Regoliths: beispielswei-se sind Korngrößenzusammenset¬zung, Lagerungsdichte, Mineralzusammen-setzung und Porenvolumen direkt abhängig von den physikalischen Eigenschaften des Ausgangsmaterials. Durch Prozesse der Bodenbildung werden diese Eigenschaften im Lauf der weiteren Entwicklung zwar verändert, jedoch ist das Ausgangsmaterial für die Böden stark prägend und paust sich lange Zeit in den Eigenschaften der Böden durch. Dazu kommt, dass in vielen Fällen der Regolith wesentlich mächtiger als der sich darauf be-findende Boden ist. Zur Umsetzung des LEM wurde ein vor-handenes Landschaftsentwicklungsmodell (GOLEM (Geomorphic/Orogenic Landscape Evolution Model) von TUCKER & SLINGERLAND 1997) mit Genehmigung des Autors in die Umgebung des open-source-GIS SAGA (CONRAD 2007) über-führt, in wesentlichen Teilen überarbeitet und erweitert.

Eintragstyp: Konferenz- oder Workshop-Beitrag ("Berichte der DBG")
Stichwörter: Landschaftsmodell, Aus¬gangssubstrat, Modellierung Verwitterung
Bereiche: Kommissionen > Kommission V: Bodengenetik, Bodensystematik, Bodeninformation
Benutzer: Ernst Gehrt
Hinterlegungsdatum: 02 Dez 2011 15:11
Letzte Änderung: 02 Dez 2011 15:11
URI: http://eprints.dbges.de/id/eprint/828

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